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Die Eingewöhnung

Der erste Kindergartentag, aber auch die folgenden Wochen und Monate des neu aufgenommenen Kindes stehen immer wieder unter dem pädagogischen Schwerpunkt der Eingewöhnung. Wie diese neue Lebensphase vom Kind bewältigt wird, ist nicht generell vorhersehbar.

Aufgrund unserer vielfältigen Erfahrungen möchten wir jedoch auf einige Punkte aufmerksam machen, die oftmals dazu beigetragen haben, dass der Eingewöhnungsprozess für das Kind positiv verlaufen ist:

  • Jedes Kind, das sich in unserem Kindergarten wohlfühlen und ankommen soll, braucht Eltern, die es emotional loslassen. Das Kind ist auf Eltern und Erzieherinnen angewiesen, die auf unterschiedliche Art und Weise vermitteln: Wir trauen dir zu, dass du es von heute an schaffst, dir den Kindergarten schrittweise als neuen Lebensraum zu erobern.
  • In der Regel fällt dem Kind die Trennung von den Eltern leichter, wenn es schon vor der Kindergartenzeit für eine überschaubare Zeit von einer anderen Bezugsperson betreut wurde.
  • Die anfängliche Betreuungszeit sollte möglichst auf das Kind abgestimmt sein. Viele Kinder leben sich schneller ein, wenn sie in den ersten Tagen bereits nach 1,5 bis 2,0 Stunden wieder abgeholt werden. Je sicherer und wohler sich das Kind im Kindergarten fühlt, desto länger wird es von sich aus bleiben wollen.
  • Die Erzieherin nimmt sich Zeit, die Eltern und das Kind zu begrüßen, sich kurz über besondere Vorkommnisse auszutauschen und das Kind in seinem Ablösungsprozess zu begleiten.
  • Auch wenn das Kind weint und nicht im Kindergarten bleiben will – die Eltern sollten sich in jedem Fall von ihrem Kind verabschieden und gehen. Nur durch die zeitliche und räumliche Trennung erfährt das Kind, dass es sich darauf verlassen kann, wieder abgeholt zu werden. Die Eltern können sicher sein, dass ihr trauriges oder wütendes Kind viel Zuwendung und Verständnis durch uns Erzieherinnen erfährt.
  • In der ersten Zeit sollten die Eltern oder eine andere Bezugsperson während der Betreuungszeit telefonisch erreichbar sein. Wenn das Kind weint, weil es überfordert ist und sich trotz aller Bemühungen der Erzieherinnen nicht beruhigen lässt, rufen wir die Eltern an. In diesem Fall sollte die Möglichkeit bestehen, dass das Kind vom Kindergarten abgeholt wird.

Die Dauer der Eingewöhnungsphase ist individuell von jedem Kind abhängig. Sie ist positiv verlaufen, wenn das Kind:

  • sich problemlos von den Eltern trennen kann
  • die Erzieherinnen in der Gruppe als neue Bezugspersonen anerkennt
  • Kontakt zu anderen Kindern aufgenommen hat
  • Angst frei spielt und sich wohl fühlt
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